21.09.2020

Von: Kreisverband Esslingen

GRÜN.ES 3/2020

Layout: Fabio Schneck

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich hoffe Ihr habt euch alle gut in der Sommerpause erholen können und seid wieder gesund heimgekehrt.

Der Wahlkampf nimmt nun langsam, aber sicher an Fahrt auf. Je nachdem wie der Rundbrief bei euch ankommt, stehen die Auftaktveranstaltungen unserer Landtags-Kandidaten direkt bevor. Wir werden eine vollkommen neue Art des Wahlkampfs mit neuen Konzepten und Veranstaltungsarten führen müssen. Corona, rechte Tendenzen und auch nicht zuletzt all die neuen Online-Verfahren, ermöglichen und erfordern es, dass wir den Wahlkampf schon im Vorhinein noch besser abstimmen müssen. Darüber hinaus steht auch wieder unsere erste Live KMV seit Corona an, so lange nichts dazwischen kommt - was wir mal nicht hoffen! Es stehen wichtige Wahlen und jede Menge interessanter Informationen auf der Tagesordnung. Wir freuen uns besonders auch euch alle auch mal wieder in Person zu sehen und nicht nur auf einem Computerbildschirm! Auf den kommenden Landes- und Bundesdelegiertenkonferenzen steht unter anderen auch die Verabschiedung des Landtags- und Bundestagswahlprogramm an.

Alle Mitglieder können im Grünen Netz dazu Änderungsanträge einbringen und so das Wahlprogramm noch besser werden lassen. Beteiligt euch dort gerne!

Grüne Grüße Nicolai Boldt

 

Nominierungsversammlungen zur Bundestagswahl 2021

Wahlkreis Nürtingen Do, 22.10.2020 – Einlass: 19 Uhr Stadthalle Nürtingen

Wahlkreis Esslingen Do, 12.11. 2020 – Einlass: 19 Uhr Quadrium Wernau (Festsaal)

Wichtig!

Alle Wahlberechtigten erhalten vorab ein Einladungsschreiben vom Kreisverband Esslingen.

Bitte bringt einen gültigen Personalausweis/Reisepass mit. Stimmberechtigt sind die Personen die zum oben genannten Datum Parteimitglied sind und wahlberechtigt zur Bundestagswahl wären: d.h. am Tag der Nominierungsveranstaltung das 18. Lebensjahr vollendet haben, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und ihren Erstwohnsitz im Wahlkreis und seit mind. 3 Monaten in Baden-Württemberg haben.

Wählbar sind Personen, die zum Zeitpunkt der Bundestagswahl wahlberechtig wären. Bewerber*innen müssen weder aus dem Wahlkreis kommen noch zwingendes Parteimitglied sein. Bewerbungen: Bewerbungen sind bis zu Eröffnung des Wahlverfahrens möglich. Einsendeschluss für schriftliche Bewerbungen, die wir den Einladungsbriefen zur Nominierung an die Mitglieder beilegen, ist der 27.09.2020 für den Wahlkreis Nürtingen und der 18.10.2020 für den Wahlkreis Esslingen.

Die Bewerbung sollte max. eine Seite, ein Foto oben rechts und eine Begrüßung/ Verabschiedung enthalten. Der Ausdruck erfolgt in schwarz/weiß. Bitte sendet die Bewerbung als PDF per E-Mail spätestens bis zu den obengenannten Terminen an das Kreisbüro: kreisbuero(at)gruene-es.de

 

Baden-Württemberg blüht

Seit der Landesgartenschau in Plochingen gibt es das Umweltzentrum Neckar-Fils auf dem Bruckenwasen am Neckarknie. Nicht allein die Naturschutzverbände BUND, Nabu, Naturfreunde, Melifera sind Mitglied, auch der Grüne Kreisverband und die Kreistagsfraktion sowie einige Ortsverbände. Erst jüngst spendete die Kreistagsfraktion einen Gesamtbetrag von 950 Euro für die zahlreichen Projekte. Auch zwei Nabu Ortsverbände spendeten vor kurzem insgesamt 2.000 Euro für die Flachdachsanierung und eine neue Küche. Und es gibt eine weitere gute Nachricht: Das Umweltzentrum Neckar- Fils ist Preisträger beim Wettbewerb Baden-Württemberg blüht. Es hat einen der beiden in der Kategorie Vereine/Ehrenamt vergebenen Preise erhalten, das mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro dotiert ist. „Das Geld wird für eine weitere Infotafel in Sachen Blühender Landkreis verwendet“, versprach Umweltzentrum-Vorstand Matthias Weigert dem Minister Peter Hauk (CDU) bei der Preisverleihung im Kloster Bebenhausen. Über 130 Bewerbungen von Städten, Gemeinden, Schulen, Kindergärten, Verbänden, Vereinen und Unternehmen waren beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz im Jahr 2019 eingegangen. Bei der Preisübergabe für das Projekt „Oase für Falter, Wildbienen & Co.“ war auch die Projektleiterin und BUND-Mitglied Brigitte Beier dabei.

Beteiligte Organisationen sind der Trägerverein Umweltzentrum Neckar-Fils und seine Mitgliedsverbände, die Stadt Plochingen, der Landkreis Esslingen, das Berufliche Ausbildungszentrum Esslingen und der Uhinger Gärtnerhof Jeutter. Ziel des Projekts ist es, die Bevölkerung auf die Veränderung in der Landschaft sowie den Artenverlust aufmerksam zu machen. Gleichzeitig soll aktiv gegen gesteuert werden, indem Kurse, Vorträge, Führungen Projektverantwortliche Brigitte Beier und Vorstand Matthias Weigert nahmen Urkunde und Preisgeld von Landwirtschaftsminister Peter Hauk (rechts) in Empfang. Umweltzentrum Neckar-Fils ist Preisträger bei Wettbewerb Baden-Württemberg blüht und Ausstellungen angeboten sowie Infotafeln und weitere Medien erarbeitet werden. Das Teilprojekt „Oase für Falter, Wildbienen & Co.“ ist eingebunden in das Projekt „Blühender Landkreis“ des Landkreises Esslingen, das der Kreistag auf Antrag der Grünen Kreistagsfraktion und dem damaligen Kreisrat und ATU-Sprechers Matthias Weigert schon vor Jahren auf den Weg brachte. Im Rahmen dieses Großprojekts soll das Blühangebot für Insekten im Landkreis erhöht werden. Das Projekt „Oase für Biene, Falter und Co.“ will die Öffentlichkeit sensibilisieren, dass öffentliche und private Grünanlagen ebenso wie Feld und Flur wichtige Nahrungsgrundlagen für Insekten, insbesondere für Bestäuber bieten müssen, damit Ökosysteme funktionieren. Angesichts des erkennbar werdenden Ausmaßes des Insektensterbens wird gegengesteuert. Das Umweltzentrum Neckar-Fils hat sich dies zur Aufgabe gemacht. Finanzielle Unterstützung erfährt das Projekt „Oase für Falter, Wildbienen & Co.“ von Stiftungen und durch private Spenden.

Der stark frequentierte Landschaftspark bietet den optimalen Ort für die Umsetzung des Projektes. Seit 2016 gibt es ein Jahresprogramm mit Kursen, Vorträgen und Ausstellungen unter dem Titel „Blühender Landkreis“. 2016 wurde mit Sensenkursen gestartet, seit 2017 gibt es Dengelkurse sowie Wildkräuterführungen, die mit weiteren Themenschwerpunkten ergänzt werden. Immer mehr besinnen sich auf Werte, betätigen sich körperlich sinnvoll und lernen den Umgang mit Schlagdengler und Sensen statt den Umgang mit einem Mähroboter. Wildkräuterkurse zeigen die Verwendung der Kräuter für die eigene Gesundheit auf und vermitteln Artenkenntnisse. Das Wissen über Pflanzen, deren Standorte und die ökologischen Zusammenhängen verändern Verhalten. Wer Nutzen zieht, Flora und Fauna schätzen lernt, wird Naturschützer.

Im Umweltzentrum gibt es viel zu tun. Ehrenamtliche Helfer, auch Grüne Schaffer sind gern gesehen. „Bei der Flachdachsanierung und bei der Vorlandpflege haben sich zwei Vorstände des Ortverbands Schurwald, nämlich Peter Röser aus Baltmannsweiler und Siegfried Stürmer mit Sohn aus Lichtenwald hervorgetan“, lobt Umweltzentrums-Vorstand Matthias Weigert und hofft auf noch mehr Mithilfe.

Übrigens kann im Umweltzentrum auch gefeiert werden. Um das Gebäude in Schuss zu halten, finden Familienfeiern von Mitgliedern und Fördermitgliedern statt. Das kann jeder werden. Kontakt: Trägerverein Umweltzentrum Neckar-Fils, Tel: (07153) 6086965, E-Mail: verwaltung(at)umweltzentrum-neckar-fils.de

Matthais Weigert

 

Stuttgart aus dem Takt?

Die Zweifel nicht nur an den Kosten, sondern auch an der verkehrlichen Sinnhaftigkeit des Bahnprojektes Stuttgart 21 sind nicht neu.

Einige der Bedenken konkretisieren sich mehr und mehr angesichts der Baufortschritte, eher neuerer verkehrspolitischer Ziele und von Fahrplanentwürfen im Zusammenhang mit dem Deutschlandtakt. Letzterer sieht vor, dass sich Infrastruktur an sinnvollen, fahrgastgerechten Fahrplänen zu orientieren hat und nicht umgekehrt.

In Knotenbahnhöfen sollen, der Schweizer Praxis folgend, bessere Verknüpfungen entstehen, wodurch sich schnellere Verbindungen ergeben sollen. Der ursprünglich geplante Bahnknoten Stuttgart ist für all diese Anforderungen nicht ausreichend leistungsfähig. Nachdem klar war, dass sich das Projekt nicht mehr stoppen lässt, wurde es ganz pragmatisch grüne Strategie, es zu verändern. Die ursprünglichen Pläne erfuhren nach Vertragsunterzeichnung und Baubeginn einige Änderungen. So wurde z. B. eine kreuzungsfreie „Rohrer Kurve“ und am Flughafen die Station „3. Gleis“ statt eines Eingriffes in den bestehenden S-Bahnhof sowie eine zweigleisige und kreuzungsfreie „Wendlinger Kurve“ vereinbart.

Inzwischen ist noch mehr, aber längst nicht ausreichend Bewegung in die Infrastrukturdebatte und -planung gekommen. Der Bund lässt einen Tunnel für die Züge der Gäubahn an den Flughafen untersuchen. Was auch immer man davon hält: Der geplante Mischverkehr durch die Mitnutzung der S-Bahn-Trasse durch Züge des Fernverkehrs, den wir immer kritisiert hatten, sollte damit vom Tisch sein. Als sicher dürfte gelten, dass der Nordzulauf zum Stuttgarter Hauptbahnhof zusätzliche Gleise erhält, was ein Gewinn an Kapazität und Fahrzeitverkürzung bedeutet. Auch das hatten wir gefordert.

Umso näher es an den eigentlichen Hauptbahnhof geht, umso sturer stellen sich die Landeshauptstadt und der Verband Region Stuttgart. So gibt es noch keine ausreichende politische Unterstützung für eine Ergänzungsstation nahe des Tiefbahnhofs. Andere sind da flexibler. So sprach der „Vater von Stuttgart 21“, Prof. Gerhard Heimerl, von „großen Vorteilen eines Zusatzbahnhofs“ am zukünftigen Hauptbahnhof, der aus seiner Sicht aus vier Bahnsteigkanten bestehen sollte. Dafür solle schnell eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Sollte eine solche Station nicht kommen, so Prof. Heimerl, solle man „Stuttgart aus dem Deutschlandtakt streichen“. Klare Worte eines älteren Herren, die man sich insbesondere von denen erhoffen sollte, die aktuell politische Verantwortung tragen.

Matthias Gastel MdB

 

Ein Grüner Erfolg!

Unser neues Gesetz für mehr Arten- und Naturschutz ist beschlossen! Nach intensiver Debatte hat sich die Landesregierung, der Trägerkreis des Volksbegehrens und die Bauernverbände zur Weiterentwicklung von „Rettet die Biene“ verständigt. Wir GRÜNE haben damit einen Konsens zwischen Landwirtschaft, Naturschutz, Politik und engagierten Bürger*innen erreicht. Dazu waren viele Gespräche und Diskussionen nötig. Es hat sich gelohnt. Mit dem Biodiversitätsgesetz setzt sich Baden- Württemberg an die Spitze aller Bundesländer beim Arten- und Naturschutz.

Wesentliche Punkte des neuen Biodiversitätsgesetzes sind:

  • Ausbau des Anteils der ökologischen Landwirtschaft auf 30-40 % und Reduktion chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel um 40-50% bis 2030.
  • Verbot von Pestiziden in ausgewiesenen Naturschutzgebieten und die Einhaltung landesspezifischer Vorgaben des Integrierten Pflanzenschutzes in den übrigen Schutzgebieten.
  • Aufbau eines landesweiten Biotopverbundes auf 15% der Landesfläche bis 2030. So wird ein landesweites Netz an Lebensräumen geschaffen, das Tieren und Pflanzen die Möglichkeit gibt, sich wieder auszubreiten.
  • Erhalt von Streuobstbeständen ab einer Größe vom 1.500m².
  • Verbot von Schottergärten auch im privaten Bereich.
  • Minimierung der Lichtverschmutzung.
  • Schaffung von Refugialflächen (dauerhafte Rückzugsorte) auf 10% der landwirtschaftlichen Flächen, damit sich verbliebenen Bestände erholen können.

Der Klimawandel hat uns fest im Griff. Weltweit ist etwa ein Viertel aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Auch in Baden-Württemberg geht die Vielfalt unserer Tiere und Pflanzen stark zurück. Und das liegt nicht nur, aber vor allem an der Art, wie Landwirtschaft bei uns größtenteils stattfindet. Die biologische Vielfalt zu erhalten, ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Der Verlust der Artenvielfalt bedroht die Lebensgrundlage von uns alle. Deswegen ist es wichtig, dass wir jetzt entschlossen handeln. Mit der Weiterentwicklung des Volksbegehrens „Rettet die Biene“ hat die grün geführte Landesregierung jetzt einen großen Schritt für mehr Vielfalt getan. Gleichzeitig schaffen wir der Landwirtschaft eine Zukunftsperspektive.

Andrea Lindlohr MdL und Andreas Schwarz MdL

Weitere Artikel können im Rundbrief GRÜN.ES weitergelesen werden

 

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